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Mannheimer Regatta

 

Zuerst ging der in Gent so siegreiche Jungen-Doppelvierer an den Start über 3000m mit Wende und hatte dort mit der Frankfurter Germania auch gleich den wahrscheinlich stärksten hessischen Gegner zu bezwingen.

 

Nach den ersten 1500m sah es nach einem weiteren Erfolg für unsere Manschaft aus, holte sie doch sichtlich gegenüber den Frankfurtern auf. Bei der Wende gab es aber den ersten großen Fehler, der gleich einige Sekunden kostete.
Wie beim Rudern mus auch bei der Wende alles synchron funktionieren und es rächt sich, wenn der ein oder andere erst mal wartet, was der Vordermann macht um sich dann einzufädeln. Die zweiten 1500m waren dann geprägt von unsauberer Wasserarbeit und dadurch auch sichtbar schwindender Kraft. Das Wasserfassen wurde immer langsamer und unsauberer, was wiederum einige Sekunden Verlust bedeutete. Am Ende waren es dann 15 Sekunden, die unser Boot von den "Germanen" trennte. Die Unkonzentriertheiten die sich nach dem Erfolg von Gent eingeschlichen hatten, wurde so ziemlich herb bestraft. Die Nachbesprechung mit Trainer fiel entsprechend deutlich aus.

 

Als nächster ging Robin Mäder im Junioren Einer über die 1500m lange Strecke.
Wie gewohnt verhalten am Start ging er als letzter über die 500m Marke, bei der er mit Schlagzahl 27 viel zu ruhig ruderte. Ab der Hälfte legte er dann deutlich zu und holte noch den vor ihm fahrenden ein. Die übrigen Ruderer waren aber schon zu weit um noch eingeholt zu werden.

 

Ron Müller hatte sein Debüt im Einer, das er sehr gut meisterte. Im Junior-Einer A ging er tapfer das Rennen an und lag bei 500m an dritter Position. Im weiteren Verlauf musste er aber die Gegner ziehen lassen. Mit guter Wasserarbeit und Technik, kam er am Ende als fünfter durchs Ziel, konnte mit seiner Leistung aber durchaus zufrieden sein.

 

Am Nachmittag ging es für die Jungen dann in die Kleinboote über 1000m.
Jannik Riedel und Chris Krenz hatten im Jungen-Doppelzweier der 14-Jährigen, mit den Heidelbergern einen starken Gegner, der bei besserer Konzentration auf die Wasserarbeit, aber durchaus zu schlagen gewesen wäre.
Am Start lag man schon zurück und der Gegner baute die Führung weiter aus. In unserem Boot wurde mit dem zu langsamen Wasserfassen der gleiche Fehler gemacht wie vormittags im Doppelvierer. Vor dem Ziel kam auch noch leichtes Versteuern dazu und so konnte sich der Gegner mit 7 Sekunden vor unser Boot setzen.

 

Im Jungen-Doppelzweier der 13-Jährigen hatten Alexander und Dominik Türsan Riesenpech mit dem Schiedsrichter.
Vom Start weg kam das gegnerische Boot auf der Backbordseite immer näher an unseres heran. Nach Aufruf durch den Schiedsrichter blieb die Situation aber unverändert und er rief unseren Ruderern zu, nach Steuerbord auszuweichen. Während des weiteren Rennverlaufs, der durch wiederholtes Überziehen nach Steuerbord und damit Verlust an Geschwindigkeit geprägt war, gelang es dem Gegner sich eine Länge vor uns zu schieben und weiter auf unsere Bahn zu drücken. Der Schiedsrichter lies das Rennen weiter laufen und ermahnte ständig das gegnerische Boot nach Backbord zu gehen. Aber anstatt dies zu tun, legten sie sich nun weiter auf unsere Bahn und kamen schließlich 250m vor dem Ziel direkt vor unseren Zweier. Der Abstand zwischen unserem Bug und deren Heck betrug hier nur einen halben Luftkasten, also gerade mal knapp 2 Meter. Spätestens hier hätte der Schiri das andere Boot aus dem Rennen nehmen müssen, nachdem unser Boot nun massiv behindert wurde. Aber nichts geschah. Jedenfalls nicht auf dem Wasser...

 

An Land war ich auch bei diesem mit dem Fahrrad Rennen nebenher gefahren und schrie nun den Schiedsrichter an, endlich zu reagieren. Im Ziel waren es dann gerade mal 3,5 Sekunden, die der Sieger vor unserem Zweier im Ziel war. Die hatten nämlich freie Fahrt, während unsere Jungs durch Kurskorrekturen und Schmeisswasser des Gegners stark behindert wurden. Nachdem der Schiedsrichter das Rennen nun mit der weissen Flagge als korrekt abgewunken hatte, flippte ich am Ufer schon ziemlich aus, angesichts dieser Unfairnis und Ungerechtigkeit.
Ich titulierte den Schiedsrichter daraufhin zurecht als Schlafmütze (ich hatte noch deutlichere Bezeichnungen auf Lager) und regte mich sehr laut über den Ausgang des Rennens auf. Man hat mich sicherlich bis zum Start herauf gehört.
Als dann auch noch der Zielrichter meinte mich zurechtweisen zu müssen, platze mir vollends der Kragen. Als er anfing beleidigend zu werden, hielt der mitgereiste Ralf Müller mich zurück nicht das "Ziel zu zerlegen". Ich war wirklich empört über diese Schiedsrichterleistung und die dummen Kommentare des Zielrichters. Den kannte ich auch noch von früher. Ich erinnerte mich, daß ich ihn als A-Junior, nach einem von ihm schlecht geleiteten Rennen, bei dem wir im Doppelzweier ebenfalls nach Behinderung knapp verloren hatten, aus dem Schiedsrichterboot holen wollte. Mein Vater hat mich damals davon abgehalten. Aber ich hatte ihn nicht vergessen...

 

Jedenfalls kam am Ende nur der vierte und letzte Platz heraus. Aber mit nur 3,5 Sekunden Abstand zum Sieger
Alles in Allem also ein eher schwarzer Tag für unsere Mannschaft.

 

Der Sonntag begann ähnlich wie der Samstag.
Robin Mäder belegte nach einem besseren Rennen als am Vortag den vierten Platz, zeigte hier auch eine bessere ruderische Leistung als am Vortag.

 

Ron Müller hatte sich für sein Rennen auch mehr vorgenommen. Er startete sehr beherzt und lag bei 500m auf dem zweiten Rang, knapp eine halbe Länge hinter dem Führenden.
Aber seine konditionellen Mittel reichten noch nicht ganz aus, diesen Platz zu verteidigen.
Mit guter Wasserarbeit und Technik rudernd, kam er im 6-Boote Feld auf den fünften Platz.
Aber er zeigte eine deutliche Aufwärtsentwicklung gegenüber dem Vortag.

Dann gingen unsere "Jungen Wilden" im Doppelvierer wieder an den Start.
Es sollte heute Revanche geben und man wollte zeigen das man es besser kann.
Schon an Land war eine deutliche Steigerung der Konzentration und des Willens zu spüren. Genau wie in Gent, als es zum ersten Vergleich mit Gegnern gekommen war.
Neben der Frankfurter RG Germania, war auch noch ein starker Vierer aus Heidelberg am Start.
Der Start klappte aber dennoch nicht so ganz sauber und man lag, auch wegen der höheren Sartmasse unseres Bootes (Graureiher 71Kg!! Germania-Boot 51Kg), nach 200m eine Länge gegenüber Frankfurt und Heidelberg zurück. Aber dann kam Neptun...!!

 

Unsere Jungs zogen konzentriert beim Wasserfassen und druckvoll im Endzug, bei jedem Schlag weiter nach vorne und an das führende Frankfurter Boot heran. Kurz nach Streckenhälfte war der Abstand auf eine dreiviertel Länge zusammen geschrumpft. Das Boot aus Heidelberg kam nicht mehr mit und fiel langsam aber stetig und deutlich zurück.
Es gab nur noch Frankfurt und Darmstadt. Und unsere Jungs gaben nicht nach. Sie kämpften sich Zentimeter um Zentimeter nach vorne. Im Ziel waren es nur noch 1,5 Sekunden, die die Frankfurter vor Unseren waren. Als fairer Verlierer gratulierten unsere Jungs den Farnkfurtern, ganz nach alter Tradition, mit "Dem Sieger ein dreifaches HipHip-Hurra". Diese kannten diese Art der Gratulation wohl noch nicht. Denn hier wäre "Dem Gegner ein dreifaches HipHip-Hurra" die adäquate Erwiderung gewesen. So bedankten sie sich brav. Auf die Bemerkung von Chris, das man sich auf das nächste Rennen schon freue, kam ein verhaltenes "wir uns auch" als Antwort. Schaun mer mal...
Nach der Mittagspause starteten Chris und Jannik im Dopplezweier gegen drei andere Boote aus Stuttgart, Karslruhe und Mainz.

 

Das bei den Stuttgartern die Landesbesten aus 2008 saßen, konnte man schnell sehen.
Sie setzten sich nach dem Start gleich vom Feld ab, wurden aber von unseren Beiden gleich verfolgt. Auch in diesem Rennen war die Konzentration in unserem Boot höher als am Vortag und so konnte hier ebenfalls ein sehr guter zweiter Platz, mit 6 Sekunden Abstand zum Dritten aus Mainz errudert werden.
Eine schöne Überrschung gab es dann noch im Junior Doppelzweier B mit Tim Schiemann und Robin Mäder, die so nicht geplant war.

 

Tim ist eigentlich mit Florian Kleinig im Leichtgewichts-Doppelzweier im Training unterwegs und war nur wegen dessen Abwesenheit mit Robin im Boot. Im Training und auch schon in Gent hat es ja recht gut funktioniert und so wurden die beiden nachgemeldet. Gegen die "schweren" Jungs gingen unsere Beiden mit Elan ans Werk und legten einen ordentlichen Start hin, der sie in die Mitte des Feldes brachte. Bei Hälfte der Strecke gingen sie daran, einen nach dem anderen zu überrudern. Sie verteidigten den zweiten Platz bis ins Ziel und konterten einen Angrif nach dem anderen der gegnerischen Boote.Eine sehr gute Leistung für einen leichten und einen schweren Mann, gegen schwre Gegner.

 

Somit brachte der Sonntag wieder die Sonne in die Gesichter der aktiven und der Zuschauer, die zum Anfeuern unserer Aktiven, eigens nach Mannheim gekommen waren und bei denen wir uns herzlich für Ihre Anteilnahme und Anfeuern bedanken.

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