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Geschichte des Ruderns

 

Die Anfänge des Ruderns reichen bis in die frühen Epochen der Menschheit zurück. Ruderboot und Ruderer sind seit einigen Jahrtausenden bekannt. Vor allem aus dem alten Ägypten sind bildliche Darstellungen überliefert, die bis in die Zeit um 3000 v. Chr. hineinreichen.

 

In der Zeit vom 6. bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. dominierten die griechischen "Triere" (Dreiruderer, mit drei Reihen Ruderbänken übereinander) das Mittelmeer, später folgten die römischen Galeeren sowie die schnellen Ruderboote der Wikinger. Diese Großboote dienten in erster Linie kriegerischen Zwecken und dem Handel. Aber es gab auch schon Wettfahrten, um Ausdauer, Schnelligkeit und Können von Besatzung und Bootsmaterial zu testen.

 

Ruderer taten allerdings in nicht allen Fällen freiwillig Dienst, immer häufiger waren Galeeren mit Sträflingen besetzt. Mit der Einführung der Galeerenstrafe verlor das Rudern an Ansehen. Allerdings gab es bereits schon im Mittelalter rein sportliche Formen des Ruderns; so z.B. die Ruderwettfahrten der Gondolieri in Venedig.

 

Als im 18. Jahrhundert die Segelschiffe die Ruderboote aus Handel und Kriegsführung verdrängten, setzte sich allmählich der rein sportliche Aspekt des Ruderns durch. Vorreiter dieser Entwicklung war England, welches zu Recht als Geburtsstätte des modernen Ruderns gilt. Es verwundert deshalb nicht, dass die erste bekannte Regatta 1775 bei Putney auf der Themse statt fand. Ausgetragen wurde die Regatta von den Berufsschiffern und Fährleuten, den "Watermen". Die Tradition findet heute noch ihre Fortsetzung im „Head of the River“. Der "Head" ist das weltgrößte Achterrennen, mit mehr als 400 Achtern und an die 100.000 Zuschauern pro Regatta.

 

Die wesentlichen Träger des noch jungen Sports waren vor allem die Schulen und Universitäten. 1793 wurde der Rudersport an den großen Colleges eingeführt. 1811 fand in Eton das erste Achterrennen statt. Am 10. Juni 1829 wird erstmalig das berühmte Oxford-Cambridge Achterrennen ausgetragen, ein sich jährlich wiederholendes, sportliches und gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Diese Rennen gab der Sportart den Schub, der für die anschließende Verbreitung sorgte.

 

Etwa zur gleichen Zeit begannen sich auch sich auch die Deutschen für den Rudersport zu interessieren und gründeten 1836 in Hamburg den ersten Ruderverein. 1883 entstand als erster deutscher Sportverband der Deutsche Ruderverband (DRV). War der Rudersport bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland ausschließlich den Männern vorbehalten, entdecken um 1884 die ersten Frauen diesen faszinierenden Sport für sich und gründeten 1894 in Berlin den ersten Damenruderclub „Deutsche Amazonenflotte“.

 

Schon bei der ersten Austragung der neuzeitlichen Olympischen Spiele 1896 war Rudern im Programm und ist Teil der Olympischen Bewegung. Die Sportler der Nationalmannschaft, darunter das Flaggschiff Deutschland-Achter, sind bei den internationalen Wettkämpfen regelmäßig an der Spitze dabei.

 

Heute rudern in Deutschland etwa 78.000 Ruderbegeisterte in rund 500 Vereinen.